Tilo Wolff (Lacrimosa): „Der Plattenladen ist ein musikalischer Marktplatz“

Lacrimosa (Foto:angst-im-wald/Sony Music)
Lacrimosa (Foto:angst-im-wald/Sony Music)

Wie wichtig ist für Dich  der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Äußerst wichtig, denn der Plattenladen ist ein musikalischer Marktplatz, in dem man sich über Musik austauschen und sozusagen frische Produkte einkaufen kann. Im Plattenladen wird man daran erinnert, dass Musik mehr als nur ein komprimiertes File auf einem MP3-Player ist. Musik ist im Plattenladen noch spürbar als individuelle Lebens- und Ausdrucksform.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Im Plattenladen habe ich seit jeher meine Entdeckungen gemacht und so die unterschiedlichsten Musikstile und Künstler kennen gelernt. Und darüber hinaus ist der Plattenladen ein perfekter Ort zum Flirten…

Wann und wo hast Du Deine  ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Das Geschäft hieß „Plattenbude“ und war in Freiburg in Breisgau. Dort habe ich 1983 meine erste LP gekauft: Pink Floyd „The final cut“. Die erste Platte in den Händen zu halten, das war Magie!

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Ich denke, Künstler und Bands wie David Bowie, Pink Floyd, Metallica, Leonard Cohen, Prince und Queen dürfen in keiner Sammlung fehlen. Und aktuell kann ich jedem Musikliebhaber von ganzem Herzen das Album „Live in London“ von Leonard Cohen empfehlen. Mehr Gefühl, Poesie und Handwerkskunst ist kaum vorstellbar!

Simone Kermes: „Vinyl comes back… ich stehe voll drauf“

Simone Kermes (Foto: Andreas Dommenz/Edel)
Simone Kermes (Foto: Andreas Dommenz/Edel)

Wie wichtig ist für Sie der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musikerin als auch als Kundin und Musikfan?

Ich muss ehrlich gestehen, daß ich fast alle meine CDs im Internet bestelle, da es in meinem Wohnort KEIN wirklich gut sortiertes Plattengeschäft gibt… wenn ich auf meinen Reisen unterwegs bin und sehe ein gutes Plattengeschäft lasse ich es mir nicht nehmen, es zu besuchen und meist kaufe ich auch etwas (wenn man z. B. die Möglichkeit hat die CDs vorher zu hören, was ein großer Vorteil gegenüber dem Internet ist).

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Ihre Musik im besonderen?

Die Bedeutung von Plattenläden ist schon sehr wichtig in den Zeiten von Internet – leider wie schon in meiner ersten Antwort gibt es wenig wirklich gute… und dann noch dazu mit geschultem Personal…. zumindest nicht in meiner Nähe.. Aber warum Plattenläden: ich weiß, Vinyl comes back… zum Glück, ich stehe voll drauf. Aber eigentlich müßte es doch CD Läden heißen.

Wann und wo haben Sie Ihre ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbinden Sie mit Plattenläden?

Ich glaube, daß ich meine erste Schallplatte in der damaligen DDR gekauft habe – wahrscheinlich war es eine Lizens vom „Kapitalistischen Markt“, ABBA, Smokie oder Pink Floyd – und ich habe mächtig angestanden, um ein Exemplar zu ergattern….

Was sind Ihre aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Mein CD-Tipp sind eigentlich alle CDs von Sigur Ros – insbesondere Agaetis Byrjun, Takk und Hvarf-Heim – dann natürlich Rammstein „Mutter“, und die neue CD von Depeche Mode.

Im CD Regal fehlen darf nicht: die Goldbergvariationen von Glenn Gould, die Chopin Etüden von Mauricio Pollini, Musik von Rolling Stones, Pink Floyd – The dark side of the moon, Rammstein, Tom Waits und alle coole Indie-Music…

Brunner & Brunner: „Musik ist ein ganz besonderes Produkt“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil sie Musik wieder von einer anderen Seite angeht. Weg vom nervigen Quotenradio und  wieder hin zum Schmökern, Entdecken….schön! Und weil sie mir die Möglichkeit bietet, über Gespräche mit dem Verkäufer oder anderen Käufern, zu der Musik zu kommen, die mir bisher unbekannt war.“ (Johann „Jogl“ Brunner)

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil wir wieder die Möglichkeit haben sollten Musik kaufen zu können, die man auch in der Hand halten kann. Downloads kann man nicht wie Bücher in ein Regal stellen und vor allem trifft man keine Leute, wenn man sie kauft.“  (Karl „Charly“ Brunner)

Brunner & Brunner (Foto: Jörg Grosse Geldermann/EMI Music Germany)
Brunner & Brunner (Foto: Jörg Grosse Geldermann/EMI Music Germany)

Wie wichtig ist für Euch der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunden und Musikfans?

Jogl: Ich bin überzeugt davon, dass der Fachhandel für eine große Käuferschicht von größter Bedeutung ist. Es gibt viele Menschen, incl. mir, die in einen Plattenladen gehen und sich dort eine CD oder DVD kaufen. Deshalb sollten auch die Tonträgerfirmen sich wieder auf den Weg machen und sämtliche Einzelhändler mit ihren Produkten beliefern. Am besten persönlich, indem sie einen Vertriebsmann/frau vorbeischicken. So wie früher. Da gab es Firmen, die mit dieser Praktik ziemlich großen Erfolg hatten.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Eure Musik im besonderen?

Charly: Leider ist mit dem Verschwinden der Plattenläden auch ein großer Teil der Musikkultur gestorben. Es gibt kaum noch Geschäfte, wo man sich bei den Mitarbeitern erkundigen kann, wo man vielleicht gemeinsam eine Platte oder CD sucht, ins Gespräch kommt und dabei auf andere Interpreten aufmerksam gemacht wird, die man vielleicht dann auch gleich mitnimmt. Diese Kultur wurde von der Industrie kaputtgemacht, ausgetauscht gegen sterile Märkte, in denen man die Lust verliert zu schmökern, nach irgendetwas zu suchen. Schade! Ich frage mich oft, warum verkauft man CDs und Schallplatten nicht so wie Bücher? In schönen gemütlichen Geschäftslokalen?

Jogl: Da es sich bei Musik um ein ganz besonderes Produkt handelt, weil man sich dieses kauft, um besonders schöne Momente zu erleben, sollte man auch die Gelegenheit haben, in aller Ruhe und in guter Atmosphäre, mit freundlicher Bedienung sich seinen Wunsch anhören und erfüllen zu können.

Wann und wo habt Ihr Eure ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindet Ihr mit Plattenläden?

Jogl: Vor 40 Jahren im Elektrohandel in Murau, wo die Platten auf Waschmaschinen und Kühlschränken zum Verkauf standen. Eine kleine Auswahl und doch immer das gefunden, was mich heimlaufen ließ und in großer Aufregung, hunderte Male, die Single oder das Album (vielleicht 2 im Jahr) abspielte. Immer und immer wieder. Große Momente, …..wunderschöne Erinnerungen!

Charly: Meine erste Single war „Yesterday“ von den Beatles. Gekauft in einem Elektrogeschäft. Ich konnte mich zwischen Eloise von Barry Ryan und Yesterday einfach nicht entscheiden. Es waren nämlich nur diese beiden Platten da. Am Ende haben doch die Beatles das Rennen gemacht.

Was sind Eure aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Charly: Momentan empfehle ich „Foot of the mountain“ von A-ha und was auf keinen Fall in einem Regal fehlen darf sind einige ausgesuchte Klassikplatten. Da wäre mein Tipp: Die 5 Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven – Krystian Zimerman – Wiener Philharmoniker – Leonard Bernstein.

Jogl: Ob aktuell oder alt, da mach ich keinen Unterschied. Im CD Regal kann nichts fehlen, denn was man gerne haben möchte kauft man sich ja auch….ich halt.

Ein kleiner Auszug meiner Favorits:

Album: Mark Knopfler, Supertramp mit Rodger Hodgson, Eagles, Keane, James Blunt, Peter Cincotti, Eva Cassidy, die alten Grönemeyer, das aktuelle Lindenberg Album; Münchner Freiheit, Xavier Naidoo, Fantastischen 4, Peter Fox, Wolfgang Ambros, Rainhard Fendrich; das aktuelle Album von Nik P.

Single: Amy Mc Donald; Anastacia, Ich+Ich, Justin Timberlake, Kanye West, Kelly Clarkson, The Killers, Lilly Allen……….. und viele, viel mehr

Boss Burns (The BossHoss): „CDs und Vinyl haben einen emotionalen Wert“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil Rock’n’Roll- und Popkultur in Läden gehört in denen Musik und Künstler nicht nur als Produkt ge- und behandelt werden, sondern die Leidenschaft erfahren die sie verdienen.“

The BossHoss: Boss Burns (r.) (Foto: Universal Music 2009)
The BossHoss: Boss Burns (r.) (Foto: Universal Music 2009)

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Ich finde den guten alten Plattenladen oder heute eher die gut sortierte CD-Abteilung extrem wichtig. Sowohl als Musiker und auch als Musikliebhaber haben für mich die physische CD oder auch Vinyl einen wesentlich höheren emotionalen Wert, als der Download. Eine liebvoll gestaltete CD mit hochwertigem Booklet hat doch viel mehr als ein unsichtbares mp3.

Außerdem ist die Identifikation mit dem Künstler und seiner Musik viel größer. Was mir wirklich gefällt kaufe ich immer noch als CD.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Als Künstler ganz klar der Vertrieb, heißt die Verfügbarkeit der eigenen Musik für die Menschen. Die Plattenabteilung ist immer noch der Ort an dem man stöbern, entdecken,  reinhören und natürlich kaufen kann.

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Früher sah das ganze ja noch viel individueller aus. Es gab nicht wie heute fast jede CD in der großen Plattenabteilung. Es war noch die Zeit der spezialisierten Plattenläden für das jeweilige Genre. Hier hab ich halbe Tage mit dem durchhören von Platten verbracht. Und der Plattenhändler war Vertrauensperson, seine Empfehlung hat viel neues entdecken lassen.

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Aktuell: Eagles of Death Metal – „Heart on“,  Volbeat „Guitar Gangsters &..“

Unbedingt: Elvis, AC-DC, Queens of the Stone Age, Ramones

Cris Cosmo: „Persönlicher Kontakt, Tipps und Beratung finde ich wertvoll“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil es uns sicher mal wieder gut tun würde, uns ein paar Tage lang einfach mal nur mit Musik auseinander zu setzen… Platten hören & Konzerte sehen… Balsam für die Seele!“

Cris Cosmo
Cris Cosmo

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Ich finde es nach wie vor wichtig, dass es den Fachhandel gibt. Dass es Menschen gibt, die sich tatsächlich breit gefächert oder genrespezifisch für Musik und Artists interessieren. Persönlicher Kontakt, Tipps, Beratung & Informationen, die mir nicht wie Werbung vorkommen und aufs Ohr gedrückt werden, finde ich wertvoll, Und den Fakt, dass es da draußen jemanden gibt, der mich und die Vorliebe für meine Musik versteht und erweitern kann.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Mein Klientel kauft Tonträger neben den Verkäufen bei Livekonzerten hauptsächlich in Läden und nur ein geringer Anteil holt sich die Musik in Downloadstores. Die Läden sind also sehr wichtig für mich.

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Meine erste CD war RUN DMC (Raising Hell). In meiner Jugend habe ich einige Zeit in Plattenläden verbracht. Das war immer ein kleines Abenteuer, hatte mit Entdecken zu tun, in Lyrics reinlesen, Musik hören, mich inspirieren lassen

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Das sind die letzten tollen Alben, die ich in die Finger bekommen habe:

Vanessa da Mata – Sim

Gus Black – not the day to F**f with Gus Black

Manu Chao – Proxima Estacion Esperanza

Grossstadtgeflüster – Bis einer heult

Peter Fox – Stadtaffe

Ohrbooten – Babylon bei Boot

Pohlmann – Zwischen Heimweh und Fernsucht

Ojos de Brujo – Bari & Techari

Macaco – Ingravitto

Clueso – Gute Musik

All time Favorites:

O Rappa – Lado A Lado B

Red Hot Chilli Peppers – Blood Sugar Sex Magik

Rage against the Machine – Rage against the Machine

Smashing Pumpkins – Siamese Dream

Violent Femmes – Best of

Die fantastischen Vier – Lauschgift

Incubus – Make Yourself

Morcheeba – The big Calm

Nelly Furtado – Whoa… Nelly

Miossec – Boire

plattenladenwoche.de geht online!

Plattenladenwoche-LogoHerzlich willkommen auf plattenladenwoche.de, der zentralen Plattform rund um die Plattenladenwoche in Deutschland!

Am 30.10. ist es soweit: Die erste Plattenladenwoche startet. Neben exklusiven Limited Editions locken unter anderem Instore-Gigs und Autogrammstunden in die Plattenläden.

Auf diesen Seiten werden sich dazu alle Infos, Neuigkeiten, Events und natürlich jede Menge interessante, unterhaltsame und spannende Interviews, Videos und Statements vieler Künstler finden, die die Plattenladenwoche unterstützen.

 Viel Spaß und gute Unterhaltung!

Jazzkantine: „Stöbern, kramen, suchen gehört zur ‚anfassbaren‘ Musikkultur“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil der gutsortierte Plattenladen für die urbane Musik-Kultur, für Orientierung und Inspiration definitiv unersetzbar ist “ (Jan-Heie Erchinger)

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil es gut tut mal für ´n Stündchen vom Rechner wegzukommen!“ (Tom Bennecke)

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil ich alles was nicht nur von Groß-Konzernen gesteuert wird gut finde.“ (Cappuccino)

Jazzkantine
Jazzkantine

Wie wichtig ist für Euch der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunden und Musikfans?

Jan-Heie Erchinger: In Ruhe stöbern, kramen, suchen. Das gehört für mich nach wie vor zur „anfassbaren“ Musikkultur. In einen Laden reinkommen und fragen, was da gerade Geiles läuft – super! Sich dafür bewusst Zeit nehmen ist elementar erbaulich!

Cappuccino: Den Fachhandel sollte es weiterhin geben, ich persönlich bin allerdings Internet-verseucht und gehe kaum  in einen Fachhandel.

Tom Bennecke: Plattenladen macht viel mehr Spaß, weil Platte anfassen, angucken, reinhören – auch mit Freunden, mit dem Verkäufer drüber reden. Das Internet nutze ich dafür nur wenn´s unbedingt sein muss. Auserdem klingt MP3 scheisse!

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Eure Musik im besonderen?

Cappuccino: Ich kenne ein paar Vinyl-Käufer, für die ist ein Fachhandel wohl noch sinnvoll. Ich persönlich war nie der große Plattenkäufer und bin immer nur in großen Discounts einkaufen gegangen.

Jan-Heie Erchinger: Gerade im Jazz und Funk  war und ist der gutsortierte Plattenladen eine Inspirations- und Orientierungshilfe. Was machen die Streber-Schweden? Scheisse, wie sahen die denn von Funkadelic aus?

Tom Bennecke: Dort können auch regionale Bands präsentiert werden, durch spezielle Regale und Kozertplakate.

Wann und wo habt Ihr Eure ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindet Ihr mit Plattenläden?

Tom Bennecke: In den frühen 70ern im Braunschweiger „Musicland“. Das waren die ersten Ausflüge in die von mir sehr bewunderte Welt der Rockmusik.

Jan-Heie Erchinger: Bei City-Music in Braunschweig. Ein Kult Laden des SPV-Gründers. Da haben in den 80ern Trio und die Ärzte gespielt, da hab´ ich mir die erste Prince-Platte gekauft!

Cappuccino: Kohlmarkt in Braunschweig – Musik Mewes! Ich war jung und brauchte Musik!

Was sind Eure aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Jan-Heie Erchinger: Der letzte aktuelle Hammer ist „Stadtaffe“ von Peter Fox und die von mir mitgemachten Jazzkantine „Hell´s Kitchen“ und Bahama Soul Club „Rhythm is what makes Jazz Jazz“ muss ich hier auch nochmal stolz empfehlen! Leider sollte „Off the Wall“ von Michael Jackson jetzt nicht mehr fehlen ( wo ist meine nur hin!? – hat irgendwer gezockt! ) .

Tom Bennecke: Eine dem besten VÖs der letzten Jahre: Herbie Hancock – River: the Joni Letters. Auch super ist die neueste von U2. Ein paar ältere „Pflichtplatten“: The Impressions – Right On Time (Single Sammlung ´61 bis ´68), Joni Mitchell – Both Sides Now, Wes Montgomery – So much Guitar, Santana – Caravanserai und Parliament – Mothership Connection.

Cappuccino: Chris Whitley, Ill Nino, Rat Pack, Bob & Damian Marley.

Ragna Schirmer: „Meine Schallplatten kaufe ich immer bei den Händlern meines Vertrauens“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil Kompetenz nicht downgeloaded werden kann.“

Ragna Schirmer (Foto: Frank Eidel/Edel)
Ragna Schirmer (Foto: Frank Eidel/Edel)

Wie wichtig ist für Sie der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Meine Schallplatten (ja, tatsächlich LPs!) kaufe ich immer bei den Händlern meines Vertrauens. So habe ich schon einige ganz besondere Raritäten erworben, die ich ohne persönliche Beratung nie entdeckt hätte.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Ihre Musik im besonderen?

In Zeiten des Internet müssen sicher einige Unternehmen umdenken, da insbesondere Jugendliche sehr viel Zeit online verbringen und sich auch so über Musik-Neuerscheinungen informieren. Es ist aber eine Tatsache, dass ein persönliches Gespräch durch keinen Chat zu ersetzen ist. Dafür müssen sich motivierte Plattenläden momentan besonders intensiv einsetzen, dann kann es gelingen, den Trend zum Netz aufzuhalten.

Wann und wo haben Sie Ihre ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbinden Sie mit Plattenläden?

Meine erste Schallplatte war „My Fair Lady“. Ich hatte sie mir zum achten Geburtstag gewünscht, nachdem ich das Musical im Theater gesehen hatte. Da sie zu dem Zeitpunkt nicht auf deutsch im Laden stand, bekam ich die englische Version. Wie hab ich geweint! Die wollte ich doch nicht, weil ich im Theater die Texte so schön fand… ( „Ich sehe Krähen in der Nähe, Rehe noch eher näher!“)  Selbstverständlich hat der nette Laden in Hildesheim sie umgetauscht und mir eine deutsche Version bestellt.

Was sind Ihre aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Genau wie das persönliche Gespräch im Plattenladen ist ja auch das live-Erlebnis von Musik ein Besonderes. Ich mag Live-Mitschnitte, die tatsächlich solche sind, sehr. Beispielsweise aus amerikanischen Jazz-Clubs, oder die Live-Konzerte von Martha Argerich.

Kitty Hoff: „Es geht nichts über persönliche Musiktipps“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil ich Aug-in-Aug-Plattenkäufe mag!“

Kitty Hoff (Foto: Bernd Brundert)
Kitty Hoff (Foto: Bernd Brundert)

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Es geht nach wie vor nichts über persönliche Musiktipps von begeisterten Plattenhändlern und stundenlanges aktives Durchschauen, Durchhören und Entdecken von neuer und alter Musik. Es ist einfach anders, eine CD oder Platte in Händen zu halten, beim Probehören das Booklet anzusehen und zu merken: die MUSS ich jetzt einfach haben. Und dann geht man mit einer Tüte voller neuer Akustikschätze aus dem Laden und der Tag ist gerettet!

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Allgemein geben Plattenläden der Musik den Stellenwert, den sie verdient. Es sollte einfach nach wie vor Orte geben, die explizit und persönlich das Kulturgut Musik präsentieren und vertreiben. Für mich als Künstlerin ist es darüber hinaus ein großes Glück, über Wochen mit einem schönen großen Bild im Schaufenster des Lieblingsplattenladens gezeigt und wärmstens empfohlen zu werden (so geschehen zum Release meines aktuellen Albums „Zuhause“ (April 2009)). Was Tolleres kann ich mir echt nicht vorstellen :0)!

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Meine erste selbstgekaufte Musik war eine Platten-Single Mitte der Achtziger und zwar „Tainted Love“ von Soft Cell, großartig. Ich kaufte sie im Münsterschen Plattenladen „Das Ohr“, den es heute leider nicht mehr gibt. Das war ein Laden mit absoluten Spezialisten hinter dem Tresen, die alles, aber auch wirklich alles kannten. Und wenn man den Titel eines Songs, den man unbedingt haben wollte, nicht wusste, konnte man ihn dem Verkäufer/in einfach vorsummen und die Sache war klar…!

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Gerade gekauft habe ich 2 tolle Sampler, einmal „Acoustic Brazil“ von Putumayo World Music (wunderbare akustische Bossa Nova-Nummern) und dann „Hilfe! Mein Geld ist weg!“ von Bear Family Records (sehr lustige Zusammenstellung von alten Schätzchen zum Thema Wirtschaftskrise).

In meinem Regal steht seit Ewigkeiten eine oft gehörte Platte mit Bach-Kantaten (Aufnahme mit dem Dresdner Kreuzchor) zum Gedanken-Ordnen. Und dann habe ich sehr viele Lieblingsplatten der französischen „Nouvelle Scène“ des Chanson: B. Biolay, Keren Ann, C. Clément, Mathieu Chedid, Mathieu Boogaertz, Camille, Clarika… kennen leider hierzulande viel zu wenige. Alors: kaufen!