Archiv der Kategorie: Rock

Joe Principe (Rise Against) – Video-Interview

Die Punk-Rocker von Rise Against, vor 10 Jahren in Chicago gegründet und zurzeit mit dem aktuellen Album „Appeal to Reason“ im Gepäck auf Tour (im November auch bei uns), haben Ihre Meinung noch nie zurückgehalten.

Bassist Joe Principe schickte uns in dieser Tradition kurzerhand ein Video, in dem er das Plattenladenwoche-Interview beantwortet. Darin zeichnet er seine ersten Plattenkäufe von Ramones und Minor Threat-Alben nach, verrät seine aktuellen Favoriten und macht deutlich, wie wichtig Plattenläden für seine Entwicklung als Musiker waren. Viel Spaß!

Johnny Logan:“I enjoy the process of buying in a shop“

„I support Record Store Week, because in an impersonal world they offer an alternative and because they for me are part of the pleasure of buying a CD.“ (Johnny Logan)

Johnny Logan (Foto: Jakob Lerche)
Johnny Logan (Foto: Jakob Lerche)

How important is the specialized trade for you in times of the Internet and MP3, as a musician as well as a customer and music fan?

For me very important. The whole process of going into a record store and looking around at the CDs. It’s what I’ve grown up with. I can’t imagine going into a web store to buy a guitar. Music shops for me are the same.

What meaning do record stores have for the music culture in general and for your music in particular?

The people who buy my CDs (not all) enjoy like me the process of buying in a shop. Some find internet shopping very impersonal. Like myself.

When and where did you buy your first records or CD’s and what memories do you connect with record stores?

I bought my first CDs in Ireland  in a record store and the people who worked there were an important part of the music or music and memory.

What are your current CD tips and which musicians and albums should not be missing from any CD shelve?

I love the Oldies, the Stones, Beatles, Marvin Gaye etc. Music of the 70’s and some of the 80’s. Nowadays I listen to James Morrison and others.

Steven Wilson (Porcupine Tree) – Video-Interview

Nicht einmal ein Jahr ist es her, daß Steven Wilson mit dem vielschichtigen „Insurgentes“ sein äußerst überzeugendes Solo abgeliefert hat, da steht er mit Porcupine Tree schon wieder in den Startlöchern. Mit dem 10. Studio-Album „The Incident“ steht uns am 11. September Großes bevor, und das darf wörtlich genommen werden: Allein der Titeltrack nimmt die gesamte CD 1 des Doppel-Albums ein, „nach dem nichts mehr sein wird, wie zuvor“.

Wir freuen uns, daß die Band auch nach über 20 Jahren noch mit soviel Musikbegeisterung ins Studio gehen kann – und umso mehr, daß der Plattenladen „um die Ecke“ seinen Anteil daran hat. Nicht zuletzt deshalb unterstützen Porcupine Tree die Plattenladenwoche.

Mehr dazu nun von Steven Wilson selbst, viel Spaß!

Thomas Götz (Beatsteaks): „Die Entscheidung für das Format der Schallplatte kommt durch Ihre Größe meiner Kurzsichtigkeit sehr entgegen und wird meinem fortgeschrittenen Alter ebenfall gerecht“

„Kick out the jams!“ Thomas Götz (Beatsteaks)

 

Beatsteaks
Beatsteaks

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Der/Die Schallplattenfachverkäufer/In an sich übt in meinen Augen einen ehrenvollen und angesehenen Beruf aus. In einer nahezu perfekten Umgebung(Ladenfläche, Tresen, Kasse, Kopfhörer, Schallplatten,…), ermöglicht er/sie mir, das Tonträgerformat zu finden, welches mir trotz der erheblichen Umwälzungen, die die letzten Jahre mit sich brachten(Perestroika/Latte Macchiato/Al Kaida), das liebste geblieben ist. Trotz ausführlicher Recherche des Internets bezüglich neuer Musik, gehe ich nach wie vor zu meinem persönlichsten Vergnügen in Plattenläden stöbern und treffe meine Kaufauswahl wie eh und je nach auschließlich optischen Gesichtspunkten (Verpackung). Die Entscheidung für das Format der Schallplatte kommt durch Ihre Größe meiner Kurzsichtigkeit sehr entgegen und wird meinem fortgeschrittenen Alter ebenfall gerecht.

Zusätzlich benutze ich das Format mp3 und die dazugehörigen Internetportale um meinen MP3 Player zu füttern, der dem althergebrachten Walkman in mancherlei Hinsicht überlegen zu sein scheint.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Plattenläden führen im heutigen Musikbetrieb ein Nischendasein, das von vielen geschätzt und wenigen benutzt wird. Für einige Berufsgruppen, wie dem althergebrachten Vinyl-DJ sind sie neben manchem Internet Mailorder der letzte Strohhalm, an den es sich zu klammern lohnt.

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

>Erste Schallplatte: UDO LINDENBERG: PANISCHE NÄCHTE, gekauft 1977 bei PLATTENLÄDLE REUTLINGEN in der Metzgerstrasse. Erinnerungen daran: Nur die Besten!

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

In einem Schallplattenregal sollten ausschließlich Schallplatten stehen, die dem/der Inhaber/In gefallen, keinesfalls Empfehlungen von drittklassigen Schlagzeugern, die ihre miese Existenz durch möglichst geschmackssichere Tips aufzuwerten versuchen. Wem das nicht reicht, der besorge sich alles von Guns and Roses, Genesis, Wishbone Ash und Kate Bush….

Björn Sonnenberg (Karpatenhund): „Plattenläden als wichtiger Ort sind noch immer unverändert Teil meines Lebens“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil ich in keiner Welt leben möchte, in der ich nicht in Plattenläden laufen kann und mit verborgenen Schätzen wieder nach Hause gehen.“ (Björn Sonnenberg)

Karpatenhund (Foto: Georg Roske)
Karpatenhund (Foto: Georg Roske)

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Plattenläden als wichtiger Ort sind noch immer unverändert Teil meines Lebens seit ca. 13 Jahren, als ich aktiv anfing, dort Musik zu kaufen (und irgendwann auch mal ein Jahr in einem Plattenladen arbeitete). Ich habe vielleicht drei mal bei itunes etwas gekauft, Schallplatten oder CDs sind nach wie vor die Darreichungsform, die am besten dazu paßt, wie ich Musik genieße: als Gesamtkunstwerk, als kostbares, habenswertes kleines Objekt, das ins Leben tritt und dann dort bleibt (bzw. im Plattenschrank). Eine Platte hat einen Ewigkeitscharakter, anders als ein File, das man irgendwann satt hat und vom ipod nimmt und durch ein anderes ersetzt. Man erinnert sich bei einer Platte wann und wo man sie gekauft hat. Es ist ein sentimentaleres und romantischeres Erschließen von Musik. Das ist gewiß keine allgemeingültige Wahrheit, aber für mich ist es eben so und mp3s sind ein schnelles, billiges Medium, wie eine moderne virtuelle Audiokassette: sie haben einen Zweck und eine Berechtigung, aber es ist für mich nicht dasselbe Vergnügen wie das, das ich an richtigen Tonträgern habe und den Läden, in denen sie stehen. Kramen in Regalen, verschollene oder neue Platten entdecken, weil das Cover einen anspricht… es gefällt mir sehr.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Sie sind ein Ort, an dem man Dinge sieht, auf die man beim Klicken durchs Angebot von itunes nicht unbedingt stößt: alte Sachen, Obskures, Vergessenes, Übersehenes. Im Idealfall gibt es jemanden, der eine Ahnung hat, Empfehlungen aussprechen kann, Begeisterung für das hat, was er tut bzw. verkauft und mit dieser Begeisterung andere anstecken kann. Für alles, was nicht mittendrin im Mainstream stattfindet, sind solche Leute und dazugehörige Orte notwendig.

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Ach, übliche Erinnerungen: Platten, die aus unerklärlichen Gründen ganz billig waren, Platten, die man nie zuvor gesehen hatte, aber davon gehört, daß es sie gibt und auf einmal waren sie greifbare Wirklichkeit… eben so eine Aufregung darüber, zu merken, daß es eine Welt in der Welt gibt, die immer nur spannender wird, je tiefer man sich in sie hineingräbt. Zu merken, daß man NIE genug Platten haben kann und eine immer zu drei weiteren führt. Der erste Laden, zu dem ich rituell und andauernd fuhr um Platten zu kaufen war vermutlich Music Pool in Pforzheim oder 2nd Hand Rec. in Stuttgart.

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Veröffentlichung des Labels CONSTELLATION aus Kanada, sie immer toll aufgemacht sind, damit liegt man immer ganz gut. Aktuell gibt es viele sehr schöne Vinyl-Reissues: Serge Gainsbourg, Monks, Krautrock… alles lebensnotwendige Musik.

Daniel „Panzer“ Friedl (Itchy Poopzkid): „Im Plattenladen geht’s wirklich um die Liebe zur Musik.“

„Wir unterstützen die Plattenladenwoche, weil uns die Erhaltung der Plattenladenkultur am Herzen liegt und wir der Meinung sind, dass von Herzen aufgenommene Platten das Recht haben in einem von Herzen eingerichteten und betriebenen Laden zu stehen.“

Itchy Poopzkid
Itchy Poopzkid

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Das wirklich schlimme ist ja, dass es in unserer Stadt, oder sogar im ganzen Umkreis hier keinen einzigen echten Plattenladen mehr gibt. Alle haben vor Jahren zu- und Platz gemacht für den unpersönlichen, sterilen Großhandel und langweilige MP3-Download Portale. Ich finde es nach wie vor unglaublich gut und auch besonders in einem Plattenladen zu stöbern, Platten und CDs zu finden und dabei einfach das Gefühl zu haben, dass es in dem Laden hier wirklich um die Liebe zur Musik und nicht nur um den dumpfen Profitgedanken geht.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Eure Musik im besonderen?

Ich finde es geht dabei einfach um eine Wertschätzung gegenüber der Musik. Wenn ich versuche (!) in einer der Großhandelsketten eine CD zu kaufen, die mich interessiert, gibt es dort pro Genre eine ziemlich limitierte Auswahl. Eben halt das was am meisten gekauft wird. Ältere und unbekanntere Alben sind kaum zu finden – von Vinyl mal ganz zu schweigen. Im Plattenfachhandel hat man dagegen immer irgendwie das Gefühl unter Gleichgesinnten zu sein und vor allem im Punkrockbereich ist es ja auch ne schöne Sache, wenn deine Lieblingsplatte nicht unbedingt direkt neben dem neuesten Michael Wendler Album steht. Ob wir als Band generell mehr CDs und Platten verkaufen würden, wenn es wieder mehr Plattenläden gäbe, weiß ich nicht. Was ich aber weiß ist, dass ein im Plattenladen gekauftes Album gefühlsmäßig irgendwie ne höhere Wertigkeit hat.

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Früher gab es hier einen kleinen Plattenladen namens „Phil Records“, der neben vielen Elektro-Sachen auch ne gute Punkrock-Abteilung hatte. Da bin ich ziemlich oft rumgehangen und hab nach Alben gesucht oder mich auch einfach nur informiert, was gerade neu ist. Damals hat man nämlich noch nicht im Internet erfahren, welche zehntausend neue Alben ab nächster Woche erhältlich sind. Generell war es hier bei uns aber immer schon schwer, ordentliche Plattenläden mit unserem Musikgeschmack zu finden, was wahrscheinlich daran liegt, dass der Musikgeschmack hier größtenteils leicht anders orientiert ist. Mittlerweile bestelle ich selbst die meisten meiner CDs und Platten im Internet, einfach weil es so weit bis zum nächsten Plattengeschäft ist…

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Aktuell kann ich das neue Album von American Steel empfehlen und die Spinnerette-Scheibe kann man sich auch guten Gewissens mal anhören. Generell sollte man sich meiner Meinung nach alle Platten von Social Distortion, Hot Water Music, Alkaline Trio, The Living End, The Gaslight Anthem und natürlich Itchy Poopzkid ins Regal stellen. So als gesunde Grundlage.

Krypteria – Video-Interview

Ab 28. August ist das neue Album der Aachener Rock-/Symphonic-Metal-Band Krypteria im Plattenladen erhältlich. Lead-Sängerin Ji-In Cho und Ihre Mannen zeigen dann auf’s Neue, wie man Fans des Genres mit ihrer Mischung aus kraftvollem Rock, klassischen Elementen, gregorianischen Chorälen und gotischem Flair begeistert.

Während eines Tourplakat-Signings nahm sich die Band Zeit, unser Interview per Video zu beantworten. Was verbinden Krypteria mit dem Plattenladen? Hier ist die Antwort:

Samu (Sunrise Avenue): „It feels more real when you can have it in your hands“

„I support Record Store Week, because they just F***ING ROCK!“

How important is the specialized trade for you in times of the Internet and MP3, as a musician as well as a customer and music fan?

Sunrise Avenue (Foto:  Ville Akseli Juurikkala)
Sunrise Avenue (Foto: Ville Akseli Juurikkala)

For me it’s very important. It’s super cool how these days music is available in so many ways and in so many formats. Personally I think it’s very good that there are still many “traditional” record shops that take the artist as a part of their marketing & sales by letting them perform and meet the fans in stores. That is actually an easy way for the potential music buyers to  see how the artist really is behind all the polished posters and music videos. And it ‘s always very much fun to perform in such small and intimate place.

What meaning do record stores have for the music culture in the general and for your music in particular?

I am a digital buyer these days, mostly because I travel very much and I always have my laptop with me. It’s nice to buy your music lying on your hotel bed after the sound check. But I also love to touch the CDs & LPs  in the store and see the real art work. It feels more real and you feel safer buying it when you can have it in your hands. I was in Tokyo after our show at the legendary Tower Records and I realized I kind of missed the old times when I had to go to a store to buy the music.

When and where did you buy your first records or CDs and what memories do you connect with record stores?

My place was always MAXI MARKET near Helsinki. I always went there with my mom and my very first LP I ever bought was Bon Jovi’s Slippery When Wet. They had a system with the shopping carts that when you collected 100 carts from the parking area back to the store, you got 20 Finnish Marks (3,6 €). An album was 100 FIM those days, so you had to collect 500 shopping carts for each album. That was good business. I remember fighting for the carts with some other guys to get my 16 € full before they close the shop. This is how I got my first albums. I was raised by a single mom and we didn’t have too much extra money.

What are your current CD tips and which musicians and albums should not be missing from any CD shelve?

Do not skip these 10:

John Mayer – Continuum

Seal – Soul

Foo Fighters – Echoes, Silence, Patience & Grace

Tim Christensen – Live at Abbey Road

Keith Urban – Love, Pain and the whole crazy thing

Madonna – Ray of light

Mute Math – Mute Math

Green Day – American Idiot

Cold Play – XY

Sunrise Avenue – PopGasm ;)

Gary Go: „I love exploring interesting record sleeves and artwork and that’s what record stores allow you to do“

How important is the specialised trade for you in times of the internet and mP3 as a musician as well as a customer and music fan?

Gary Go (Foto: Universal Music Group)
Gary Go (Foto: Universal Music Group)

For me, there is still nothing that beats going into a store and searching for what catches your eye or seeing something that you’ve been hearing about and meaning to listen to. Flicking through the records on the shelf and „touching the music“. Maybe this is because I grew up in a time where that was how you discovered music.

What meaning do record stores have for the music culture in general and for your music in particular?

I want to make great albums, where the artwork and visual presentation is as considered as the music itself…I love exploring interesting record sleeves and artwork and that’s what record stores allow you to do. I used to love listening to full tracks at listening stations in record shops and I would always end up buying it. That experience is lost online and a whole visual, 3-dimensional aspect of „records“ is being lost in the internet age.

When and where did you buy your first records or CDs and what memories do you connect with record stores?

I used to buy vinyl records from Oxfam (a second hand shop in London), when I was 8. My first vinyl was „Under Pressure“ by Queen & David Bowie. My best record store memory is standing in a record store in London around a listening post with my friends hearing Radiohead’s OK Computer for the first time…its the first and last time I listened to a whole album in a shop! We all bought a copy of course.

What are your current CD tips and which musicians and albums should not be missing from any CD shelve?

current tips would include, Dan Black, Kings Of Leon, M83, Grizzly Bear and White Lies as well as Gary Go of course.

Ultimate CD Tips would be:

1-Pink Floyd ‚Dark Side Of The Moon‘

2-Michael Jackson ‚Off The Wall‘

3-Radiohead ‚OK Computer‘

4-Stina Nordenstam ‚This Is‘

5-Phillip Glass ‚The Hours‘

6-David Bowie ‚Hunky Dory‘

7-Death Cab For Cutie ‚Plans‘

8-The Beatles ‚White Album‘

9-Nine Inch Nails ‚And all that would have been‘

10-Miles David ‚My Kind of Blue‘