Archiv der Kategorie: Pop

Florian Frenzel (I Might Be Wrong): “ Mit etwas Greifbaren in der Hand nach Hause zu gehen, ist zehnmal so schön wie jedes neue Ipod Design“

I Might Be Wrong (Foto: Alive)
I Might Be Wrong (Foto: Alive)

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Das Kaufen und  Erleben eines physischen Tonträgers ist für mich heute, in Zeiten von schnellen Downloadlinks, überfluteten weißen Laptops an unzähligen MP3s, die unter Einbußung starker Qualitätsverluste im Netz kursieren, wichtiger denn je. Das Hören und Wahrnehmen von Musik hat sich damit in den letzen Jahren drastisch gewandelt und in der breiten Masse ist damit auch das Bewusstsein für die Wertschätzung von Musik als Kunstform verloren gegangen. Das Verständnis dafür, ein komplettes Werk eines Künstlers in der Hand zu halten ist, unter dem Druck von „shuffle“ und „skip“ Funktionen, in den Hintergrund gedrängt worden und beeinflusst damit auch die Verbindung zu der Musik drastisch.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Vor ein paar Jahren war es fast noch normal sich durch den Besuch eines Plattenladen in der Musikwelt an Neuland zu wagen und in kleinen staubigen Ecken kleine Schätze zu entdecken. Heute ist durch das Internet der Zugang dazu auch in positiver Weise vorangeschritten und damit natürlich viel breiter und einfacher für jeden geworden. Doch genauso leichtfüßig, wie der Zugang zu der Musik, ist auch der Umgang mit ihr selbst und das damit verbundene Selektieren geworden, sodass viele Platten nicht mehr die Zeit vom Hörer bekommen, die sie eigentlich so dringend brauchen. Sich auch auf Fehlgriffe beim Kauf von Tonträgern einzulassen und diese auch zu überleben war und ist genauso wichtig, wie das sich Zeit nehmen für das Hören von Musik. Und dann noch mit etwas Greifbaren in der Hand nach Hause zu gehen, ist dann letztendlich doch auch zehnmal so schön wie jedes neue Ipod Design.

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Ich erinnere mich an meine ersten Gehversuche beim Schallplattenkaufen, nachdem ich mich von meinem knarzenden und springenden CD-Spieler ein für alle mal getrennt hatte und verbinde damit viel Spannung und Aufregung. Das Bewusstsein, dass Musik heute genauso gut funktionieren könnte wie vor dreißig Jahren hat sich dann auf eine angenehme Art und Weise bei mir eingelagert und ist bis heute dicht an meiner Seite. Es ist etwas anderes in einem Plattenladen zu stehen und nicht zu Wissen womit man am Ende des Besuches nach Hause geht und wer hier was am vorhergehenden Tag neu angeschleppt hatte. Man stöbert, wundert sich, lacht sich kaputt, erinnert sich, fühlt sich wie seine Eltern mit zwanzig, nimmt sich Zeit, stellt zurück und geht mit immer wieder neuen Entdeckungen nach Hause. Und das macht dann letztendlich eine Platte auch wirklich wertvoll, wenn man mit ihr etwas verbinden kann und einen gewissen Aufwand betrieben hat, um sie in einer bestimmten physischen Form zu erlangen.

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Vor allem für das Gefühl einer Vinyl ist „Bibio“ mit seiner neuen Platte „Ambivalence Avenenue“ (Warp Records) und all seinen alten Platten ein riesengroßer Lieblingskünstler, der versteht Musik als Eindruck und Gefühl einzufangen und Melodien um derer Klang- und Entstehungswillen schafft und festhält. Auch riesengroß und immer wieder Gut, die letzte „Delbo“ (Loob Musik). Dann noch ein bisschen „Bobby and Blumm“ (Morr Music) für zwischendurch.  Und sowieso grandios, die neue „Siva“, betitelt mit den schönen Worten „Same Sights, New Light“ (Devil Duck).

Schiller: „Für mich ist der Plattenladen ein kreatives Refugium“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil man Musik auch anfassen kann.“

Schiller (Foto: Ben Wolf/Universal)
Schiller (Foto: Ben Wolf/Universal Music Group)

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Für mich ist der Plattenladen ein kreatives Refugium – hier kann ich Musik direkt hören und fühlen. Man kann sich ein genaueres Bild vom Künstler machen, und als Künstler kann man sich intensiver darstellen. Musik zum „Anfassen“ ist nach wie vor unverzichtbar – trotz der Bequemlichkeit von Download-Shops gehört für mich der Plattenladen einfach dazu.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Plattenläden sind auch ein Ort, in dem Begegnungen stattfinden. Ein direkter Austausch. Und eine Empfehlung vom Plattenladen-Mann ist eben direkter und kreativer als eine Empfehlung aufgrund einer digitalen Kaufverhaltens-Analyse.

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Ich habe meine erste Schallplatte in einem kleinen Ort in Niedersachsen gekauft – der örtliche Hifi-Laden mit einer rudimentär sortierten Plattenabteilung. Später war dann WOM immer ein Erlebnis…mitunter habe ich dort Stunden zugebracht. Und man hat sogar geduldig an der „Anhör-Bar“ angestanden, nur um neue Musik zu hören. Das geht heute natürlich einfacher. Aber Musik zum greifen kann auch der beste Online-Shop nicht bieten.

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Jeder hat seine eigenen Hits, da gibt es keine Regeln. Ich habe mir knapp 30 Jahre nach Erscheinen zum ersten Mal ‚Thriller‘ gekauft und es bisher nicht bereut.

Mariha: „Ich finde eine CD im Laden zu kaufen ist wie sich die Frucht der Musik zu pflücken“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil Musik Kultur ist und nicht Junkfood.“

Mariha (Foto: Elisha Smith-Leverock/Sony MUsic)
Mariha (Foto: Elisha Smith-Leverock/Sony Music)

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Ich finde eine CD im Laden zu kaufen ist wie sich die Frucht der Musik zu pflücken – ich greife sie mir aus dem Regal, oder lasse sie mir reichen, ich warte nicht nur einsam vorm Rechner bis der Ladevorgang beendet ist und höre dann drauf los. Ich gehe los, raus, hole mir die Scheibe, trage sie nach Hause und dann höre ich sie.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Ich denke das die Digitalisierung und das Internet allgemein als Erleichterung zur Beschaffung von Informationen, Musik und Unterhaltung aller Art empfunden wird, aber ich finde es liegen immer noch Welten zwischen der virtuellen, digitalisierten und der waschechten Welt draußen, um die Ecke, dort wo du lebst.

Es gibt ein ganz wunderschönes Booklet zu meinem Album und es erscheint als digi-pack aus Pappe. Ich rate deshalb davon ab, sich das Cover bloß bei i-tunes auszudrucken. Und bloß nicht in schwarz-weiß, sonst kann man das schöne rote Kleid nicht sehen.

Wann und wo hast Du Deine Ihre ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Die große Wand mit den Singlecharts, Plattensingles versteht sich, eine für fünf Mark, n Heiermann. Aber da musste man ja auch nicht reinhören. In einem kleinen Plattenladen in Wien, als ich so achtzehn war, habe ich das erste Mal Stunden damit verbracht in aller Seelenruhe in Platten reinzuhören. Seit dem nehme ich mir immer viel Zeit zum Musik forschen gehen.

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Das letzte Album von Tracy Chapman – „Where You Live“ ist echt sehr zu empfehlen. Emiliana Torrini und Fiona Apple und Torrun Ericson sollten nicht fehlen und es wäre toll sogar etwas von der Brasilanerin Maria Rita zu finden.

Alexander Zwick (Auletta): „Unabhängige Läden ermöglichen eine breitere Fächerung und mehr Diversität“

Auletta (Foto: Iwo Gospodinov/EMI)
Auletta (Foto: Iwo Gospodinov/EMI)

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Unglücklicherweise gibt es in meinem Umkreis nur noch sehr wenige gut sortierte Plattenläden. Bin ich unterwegs lande ich aber sehr gerne in einem. Höhepunkt war wohl der Roughtrade-Laden in London…. ;-)

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Ich denke das sich die Entwicklung des Plattenvertriebs in gewisser Weise synchron zur Weltwirtschaft entwickelt. Die Tendenz geht zu einigen großen Anbietern mit enorm viel Einfluss. Unabhängige Läden ermöglichen eine breitere Fächerung und mehr Diversität, was sich dann schließlich wohl auch in der Musik widerspiegeln kann.

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

In einem mittelgroßen CD-Laden in Mainz, während der Schulpause. Ähnlich wie heute hat man sich den Kram erst angehört und dann gekauft oder aber auch nicht.

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Aktuell: Vampire Weekend

Was nicht fehlen sollte: Bowie, Dylan, Clash, Beatles

Sebastian Block (Mein Mio): „Plattenläden bergen ihren eigenen Charm“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil ich nicht will das der Plattenladen seine Daseinsberechtigung verliert, da es hier wie überall immer Alternativen geben sollte.“

 

Mein Mio (Pressefoto)

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Da ich ein verfechter der CD bzw. auch aller anderen physischen Medien bin, halte ich den Plattenladen für sehr wichtig. Mit MP3s und dem Internet verschwindet mehr und mehr die reelle Präsenz des Künstlers. Am Ende haben wir 1000 Titel auf einem USB Stick und die Hälfte davon trägt den Namen „unknown title / unknown artist“.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Plattenläden bergen ihren eigenen Charm. Das fehlt den rein virtuellen Plattformen. Oft stößt man auf unbekannte Musik durch Titel, die in den Läden laufen, oder durch eine persönliche Beratung. Unter anderem haben die Plattenläden in meiner Heimatstadt auch immer die lokale Musikszene gefördert, indem sie EPs und Alben (auch ohne Label) in ihr Sortiment aufgenommen haben.

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Ich hab meine erste Platte im Plattenladen „Kunstkabinett“ meiner Heimatstadt Brandenburg an der Havel gekauft. Durch das zwar kleinere, aber individuellere Angebot bin ich damals auf viel gute Musik gestoßen. Man muss dazu sagen, das es damals außer dem Medium Radio, Magazine und Fernsehen nichts gab worüber ich mich inormieren konnte.

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Zur Zeit höre ich sehr oft „The Felice Brothers“. Eine großartige Folk Band aus Amerika. Sehr authentisch, großartige Texte und tolle Musik.

Live und draußen: Mein Mio am 26. September 2009 vorm Kunstkabinett in Brandenburg:

Christian Petru: „Nirgendwo sonst bekommt man kompetentere Beratung als in einem Fachgeschäft“

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Nirgendwo sonst bekommt man kompetentere Beratung als in einem Fachgeschäft. Außerdem macht es mir sehr viel Spaß, stundenlang in Platteläden zu „schmökern“, einzelne Stücke anzuhören, Booklets durchzusehen… .

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Meine erste  selbstgekaufte CD war „Dangerous“ von Michael Jackson 1992, die lief bei mir rauf und runter. Ich weiß noch, wie toll der Laden damals mit MJ- Aufstellern und Promopostern dekoriert war. In Plattenläden fühlte ich mich immer wie im Schlaraffenland… da war ich in meinem Element.

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Ich höre sehr viele verschiedene Musikrichtungen gerne, wie z.B. die 80er, Deutschpop, Pop/Rock, aber auch klassische Musik und Soundtracks. Zur Zeit läuft bei mir ganz oft Olafur Arnalds  „Eulogy for Evolution“ – Hammer! Kann ich nur empfehlen.

Heinz Rudolf Kunze: „Würden Plattenläden verschwinden, wäre die Hörerschaft eine unkommunikative Nicht-mehr-Gemeinschaft von Einzelnen“

„Viele Platten habe ich ohne sie zu kennen gekauft, nur weil sie mir von den Experten empfohlen wurden. Fast immer waren ihre Tips gut.“

Heinz Rudolf Kunze (Foto: Nikolaj Georgiew/Sony Music)
Heinz Rudolf Kunze (Foto: Nikolaj Georgiew/Sony Music)

Wie wichtig ist für Sie der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

MP3 benutze ich nicht. Sicherlich ist das Bestellen von Tonträgern über das Internet eine bequeme Sache und in vielen Fällen sogar das einzig Mögliche, da die Läden leider immer weniger Auswahl vorrätig haben. Es wäre aber zu begrüßen, wenn man diesen Trend korrigieren könnte, so dass dem Kunden alle Möglichkeiten offen stehen.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Ihre Musik im besonderen?

Würden Plattenläden irgendwann gänzlich verschwinden, wäre die Hörerschaft eine unkommunikative Nicht-mehr-Gemeinschaft von Einzelnen.

Wann und wo haben Sie  Ihre ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen  verbinden Sie mit Plattenläden?

Ender der 60er Jahre in Osnabrück bei „Radio Deutsch“ und „Gebrüder Rohlfing“, zwei Fachgeschäften. Das waren wichtige Orte der Zusammenkunft und des Austausches mit Gleichgesinnten. Außerdem gab es sachkundige Beratung. Viele Platten habe ich ohne sie zu kennen gekauft, nur weil sie mir von den Experten empfohlen wurden. Fast immer waren ihre Tips gut.

Was sind Ihre aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Clapton/Winnwood Live At Madison Square Garden und Leonard Cohen Live In London. Den zweiten Teil der Frage kann ich angesichts meiner riesigen Plattensammlung nicht in der gebotenen Kürze beantworten. Hier ein kleiner, äußerst willkürlicher Versuch:

  1. The Who: Who`s Next
  2. Yes: Tales From Topographic Oceans
  3. David Bowie: Low
  4. Captain Beefheart: Trout Mask Replica
  5. Robert Wyatt: Rock Bottom
  6. King Crimson: Lark`s Tongues in Aspic
  7. Wire: Pink Flag
  8. Jimi Hendrix: Electric Ladyland
  9. Neil Young: On The Beach
  10. Bob Dylan: Blood On The Tracks

Und Hunderte, wenn nicht Tausende (wie bei mir!) weitere.

Cherona: „Es gibt nichts Besseres als durch die Platten im Laden zu stöbern“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil Musik das Größte für mich auf der Welt ist und immer, wenn Musik transportiert wird, bewegt sie die Menschen und führt sie zusammen“ (David)

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil ich als Musiker und Musikliebhaber es nicht missen möchte, dass sich Musikinteressierte treffen, austauschen und stöbern können. Für Leseratten gibt es Bibliotheken, Büchermessen und Lesungen – Für Musikliebhaber gibt es Musikgeschäfte, die Plattenladenwoche und Konzerte. So läuft das!“ (Enricos)

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil für mich Musik das Wichtigste im Leben ist und es Menschen verbindet. Außerdem tröstet sie und verbreitet gute Laune. Mein Motto dazu: ‚a world without music is like a world without oxygen‘ “ (Mila)

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil jeder Künstler in ein Album viel Kraft und Liebe steckt und sowas belohnt werden muss. Und eine Plattenladenwoche bietet so viel Fläche und Möglichkeiten, dass es sich für jeden Musiker lohnen wird, dort andere Kollegen und auch Hörer bzw. Fans zu treffen.“ (Viyk)

Cherona (Foto: Bernd Vogel/Sony Music)
Cherona (Foto: Bernd Vogel/Sony Music)

Wie wichtig ist für Euch der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunden und Musikfans?

David: Sehr wichtig. Als Künstler arbeitet man ja sehr hart an dem Produkt CD, Fotos, Songs, Aufnahmen etc.! Wie ein Bäcker seine Brötchen, möchte man auch sein Produkt verkaufen und es ist schade, wenn die Leute sich dann für die Tiefkühlvariante entscheiden J Und als Kunde finde ich es toll, etwas in der Hand zu haben mit Booklet und allem drum und dran. MP3 kommt für mich nur in Frage, wenn ich unterwegs bin.

Enricos: Für mich sehr wichtig – ich brauche auf jeden Fall ab und an eine persönlich Beratung und die bekommt man im Netz nicht, und würde es echt schade finden wenn dies ausstirbt. Außerdem denke ich das man als Kunde nicht unbedingt die drei Tage Lieferzeit abwarten kann/will. Man möchte sofort die CD in der Hand halten und hören.

Mila: Für mich ist der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3 als Kunde und Musikfan ganz wichtig, weil ein CD von dem Lieblingskünstler oder Künstlerin oder Band mit den Fotos, Songtexten, Danksagungen etc. in der Hand zu haben ganz toll ist und ein Muss ist!!! Als Künstlerin kann ich sagen, dass mit dem Verkauf der CDs wir unser Geld verdienen, das ist unser Brot ;)

Viyk: Für uns Künstler ist ein Plattenladen sehr wichtig da wir für dieses Produkt arbeiten.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Eure Musik im besonderen?

David: Für mich haben sie eine große Bedeutung. Es gibt nichts Besseres als durch die Platten im Laden zu stöbern. Da kann das Internet einfach nicht mithalten.

Enricos: Ohne Plattenläden fände ich die Ladenwelt ziemlich trist. Ich gehe mindestens einmal im Monat zum Stöbern in die Plattenläden. Dabei findet man vor allem nicht nur die aktuellen Sachen, sondern auch Klassiker, in die ich auch immer gerne reinhöre.

Mila: Wenn Plattenläden wegfielen, gäbe es eine wichtige Musikpräsentationsfläche weniger. Ich bin nicht nur nostalgisch. Hier geht es auch um Bildung und Sozialgefüge.

Viyk: Ich selber gehe gerne in Plattenläden, um mir die orginalen CDs zu kaufen. Dann habe ich was in der Hand. Das ist etwas, das bleibt und besonders ist, statt in Massen unterzugehen (wie in Onlinemediatheken).

Wann und wo habt Ihr Eure ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindet Ihr mit Plattenläden?

David: Meine erste Platte war, glaube ich, „Spice World“ von den Spice Girls. Zu der Zeit gab es noch nicht so viele Downloadportale wie jetzt und von daher war es ganz selbstverständlich, dass man sich eine CD kauft und nicht “lädt”. Trotzdem war damals jede CD etwas Besonderes. Ich habe sie gehütet wie meinen Augapfel :)

Mila: Meine erste CD habe ich in der Ukraine gekauft, das war die CD von U2. Und früher habe ich Kassetten gekauft von verschiedenen Künstlern, wie z.B. von Iryna Bilyk, Olexandr Ponomarev, Hi-Fi, Gosti iz Budushchego, Spice Girls. Die Kassetten habe ich immer noch in der Ukraine gelagert und höre sie bei Gelegenheit, wenn ich dann in der Ukraine bin. Ich bin mit Musikkassetten aufgewachsen und verbinde ganz viele schöne Erinnerungen damit.

Viyk: Meine erste CD war von Jeanette Biedermann. Für Schallplatten bin ich allerdings zu jung :oD

Was sind Eure aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

David: Lady Gaga – The Fame, Pussycat Dolls – Doll Domination, Beyoncé – I Am… Sasha Fierce, Rihanna – Good Girls Gone Bad, Cherona – Sound Of Cherona

Enricos: für die Teens auf jeden Fall von Cherona – Sound of Cherona. ;) und von Queensberry – Volume 1. Sonst Beyoncé und Brandy.

Mila: Auf jeden Fall „Cherona“ mit dem Album „Sound of Cherona“, Beyoncé, Justin Timberlake, U2, Lady Gaga, Lounge Musik…..

Viyk: Natürlich Cherona „Sound of Cherona“

Thomas Godoj: „Plattenläden können zu einem Erlebniskauf beitragen“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil ich ein Musikfreak bin und weil es sehr wichtig ist, jungen und aufstrebenden Künstlern ein Plattform zu geben“

Thomas Godoj (Foto: Stefan Gregorowius/Sony Music)
Thomas Godoj (Foto: Stefan Gregorowius/Sony Music)

Wie wichtig ist für Dich der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Im Fachhandel sollte neben der kommerziellen Motivation eben auch eine qualifizierte Beratung im Vordergrund stehen. Das bedeutet, dass über die reine Verkaufstätigkeit, auch Hintergründe zu den einzelnen Musikwerken vermittelt werden können. Für den Musiker ist dies sicherlich im Verhältnis zum Kunden/Musikfan, eine wünschenswerte Ergänzung.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Plattenläden können, wie auch Buchhandlungen, durch ihre beratungsintensive Struktur, vom allgemeinen, unreflektierten Kaufverhalten zu einem Erlebniskauf beitragen. Die Auseinandersetzung und Identifikation mit der Musik wird dadurch für alle Seiten erhöht.

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Meine erste Platte beziehungsweise CD habe ich natürlich auch in einem Laden mit dem Namen „Die Schallplatte“ in Recklinghausen gekauft. Damals hat man mit anderen Musikfreaks zusammen gesessen sich ausgetauscht und nach dem Anhören der Musik über Vorlieben oder Nichtvorlieben diskutiert.

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Neben den aktuellen Veröffentlichungen, sollten meines Erachtens auch die Ränder vertreten sein. D.h. Werke von Künstlern, die gerade ihre Veröffentlichungen herausbringen, zusammen mit etablierten Künstlern, deren Musikrichtung prägend gewesen ist.

Willy Astor: „Plattenläden waren als ich in die ersten ging eine wichtige Quelle für neue Musik, dadurch bin ich auf unglaublich tolle Bands gestoßen“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil ich etwas nostalgisch bin und ich hoffe, dass die Leute diese Unart ablegen, ihre Musik nur noch übers Internet zu besorgen. Es muss wieder mehr kleinere Plattenläden geben!“

Willy Astor (Foto: Sascha Kramer/Sony Music)
Willy Astor (Foto: Sascha Kramer/Sony Music)

Wie wichtig ist für Dich  der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Wichtiger denn je, da ich lieber mit echten Menschen, die Sachverstand haben rede und bei Fragen gleich jemand neben mir habe.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Deine Musik im besonderen?

Plattenläden waren als ich in die ersten ging eine wichtige Quelle für neue Musik, denn wenn was gutes lief, habe ich immer sofort dieses Album gekauft, dadurch bin ich auf unglaublich tolle Bands gestoßen.

Wann und wo hast Du Deine ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbindest Du mit Plattenläden?

Es gab in München in der Sendlingerstrasse einen ganz kleinen Laden, der auch Worldmusic verkauft hat, wie er hieß weiß ich nicht mehr, aber es war der feinste und sicher auch kleinste in München.

Was sind Deine aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Mein Tipp ist natürlich kein Tipp mehr, aber Peter Fox „Stadtaffe“ ist eine Großartigkeit, ansonsten kann ich mein neues Instrumental-Album PULSONIC im Cosmicloungestil sehr empfehlen.

Nicht fehlen dürfen:

Die Beatles, Bach und Chopin, damit hast du als Komponist von Songs alles was dein harmonisches Herz braucht.