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Simone Kermes: „Vinyl comes back… ich stehe voll drauf“

Simone Kermes (Foto: Andreas Dommenz/Edel)
Simone Kermes (Foto: Andreas Dommenz/Edel)

Wie wichtig ist für Sie der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musikerin als auch als Kundin und Musikfan?

Ich muss ehrlich gestehen, daß ich fast alle meine CDs im Internet bestelle, da es in meinem Wohnort KEIN wirklich gut sortiertes Plattengeschäft gibt… wenn ich auf meinen Reisen unterwegs bin und sehe ein gutes Plattengeschäft lasse ich es mir nicht nehmen, es zu besuchen und meist kaufe ich auch etwas (wenn man z. B. die Möglichkeit hat die CDs vorher zu hören, was ein großer Vorteil gegenüber dem Internet ist).

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Ihre Musik im besonderen?

Die Bedeutung von Plattenläden ist schon sehr wichtig in den Zeiten von Internet – leider wie schon in meiner ersten Antwort gibt es wenig wirklich gute… und dann noch dazu mit geschultem Personal…. zumindest nicht in meiner Nähe.. Aber warum Plattenläden: ich weiß, Vinyl comes back… zum Glück, ich stehe voll drauf. Aber eigentlich müßte es doch CD Läden heißen.

Wann und wo haben Sie Ihre ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbinden Sie mit Plattenläden?

Ich glaube, daß ich meine erste Schallplatte in der damaligen DDR gekauft habe – wahrscheinlich war es eine Lizens vom „Kapitalistischen Markt“, ABBA, Smokie oder Pink Floyd – und ich habe mächtig angestanden, um ein Exemplar zu ergattern….

Was sind Ihre aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Mein CD-Tipp sind eigentlich alle CDs von Sigur Ros – insbesondere Agaetis Byrjun, Takk und Hvarf-Heim – dann natürlich Rammstein „Mutter“, und die neue CD von Depeche Mode.

Im CD Regal fehlen darf nicht: die Goldbergvariationen von Glenn Gould, die Chopin Etüden von Mauricio Pollini, Musik von Rolling Stones, Pink Floyd – The dark side of the moon, Rammstein, Tom Waits und alle coole Indie-Music…

Ragna Schirmer: „Meine Schallplatten kaufe ich immer bei den Händlern meines Vertrauens“

„Ich unterstütze die Plattenladenwoche, weil Kompetenz nicht downgeloaded werden kann.“

Ragna Schirmer (Foto: Frank Eidel/Edel)
Ragna Schirmer (Foto: Frank Eidel/Edel)

Wie wichtig ist für Sie der Fachhandel in Zeiten von Internet und MP3, sowohl als Musiker als auch als Kunde und Musikfan?

Meine Schallplatten (ja, tatsächlich LPs!) kaufe ich immer bei den Händlern meines Vertrauens. So habe ich schon einige ganz besondere Raritäten erworben, die ich ohne persönliche Beratung nie entdeckt hätte.

Welche Bedeutung haben Plattenläden für die Musikkultur im allgemeinen und für Ihre Musik im besonderen?

In Zeiten des Internet müssen sicher einige Unternehmen umdenken, da insbesondere Jugendliche sehr viel Zeit online verbringen und sich auch so über Musik-Neuerscheinungen informieren. Es ist aber eine Tatsache, dass ein persönliches Gespräch durch keinen Chat zu ersetzen ist. Dafür müssen sich motivierte Plattenläden momentan besonders intensiv einsetzen, dann kann es gelingen, den Trend zum Netz aufzuhalten.

Wann und wo haben Sie Ihre ersten Schallplatten oder CDs gekauft, und welche Erinnerungen verbinden Sie mit Plattenläden?

Meine erste Schallplatte war „My Fair Lady“. Ich hatte sie mir zum achten Geburtstag gewünscht, nachdem ich das Musical im Theater gesehen hatte. Da sie zu dem Zeitpunkt nicht auf deutsch im Laden stand, bekam ich die englische Version. Wie hab ich geweint! Die wollte ich doch nicht, weil ich im Theater die Texte so schön fand… ( „Ich sehe Krähen in der Nähe, Rehe noch eher näher!“)  Selbstverständlich hat der nette Laden in Hildesheim sie umgetauscht und mir eine deutsche Version bestellt.

Was sind Ihre aktuellen CD-Tipps, und welche Musiker und Alben sollten in keinem CD-Regal fehlen?

Genau wie das persönliche Gespräch im Plattenladen ist ja auch das live-Erlebnis von Musik ein Besonderes. Ich mag Live-Mitschnitte, die tatsächlich solche sind, sehr. Beispielsweise aus amerikanischen Jazz-Clubs, oder die Live-Konzerte von Martha Argerich.